Eure eigenen CDs auf dem Smartphone abspielen: So geht’s!



In Zeiten von Streaming Diensten wie Spotify und Konsorten kann jeder seine Lieblingsmusik immer und überall abspielen. Dennoch nerven so manchen Musikliebhaber die kaputtkomprimierten Musikdateien, der sogenannte Loudness War.
Hierbei werden nämlich die lautesten Impulse mittels eines Kompressors leiser gemacht. Somit kann man den kompletten Song lauter pegeln. Eine bessere Durchsetzungsfähigkeit ist das Ergebnis, allerdings zu Lasten der Natürlichkeit und des Druckes.
Es spricht also Einiges dafür, seine eigenen CDs in vernünftiger Qualität zu rippen und auf das Smartphone zu laden.
Im nachfolgenden Beitrag zeigt euch Talk This Way wie dies mit 2 kostenlosen Tools am besten funktioniert.


1. Software



Welche Software verwendet ihr am besten?

Zum CD rippen hat sich das Freeware-Tool Exact Audio Copy über die letzten Jahre als eines der besten Programme für diesen Zweck etabliert. Das von EAC verwendete Ausleseverfahren wird Secure Mode genannt. Ein wenig Know-How ist allerdings erforderlich, um die optimalen Einstellungen zu gewährleisten. Talk This Way hilft euch dabei.

Als MP3-Encoder empfehlen wir lame.exe.

Zum Nachbearbeiten der MP3-Tags (Interpret, Album, Titel, Cover, etc) bietet sich der kostenlose Tag Editor MP3TAG an.



2. Download


Exact Audo Copy
Lame.exe
MP3TAG



3. Wie funktioniert das?



Mit Exact Audio Copy lest ihr eure CDs ein und speichert diese als WAV-Datei auf eure Festplatte. Der Encoder lame.exe wandelt sie danach automatisch in das MP3-Format um und löscht auf Wunsch die WAV-Files.
Die CD-Titel und die erforderlichen Angaben zu Interpret, Album, Jahr, Genre sowie das Cover lassen sich bequem aus einer Internet Datenbank importieren. Alternativ kann man die Informationen auch manuell eingeben.
Zum händischen Nachbearbeiten der CD-Infos kann man später den Editor MP3TAG verwenden. Im letzten Schritt ladet ihr eure MP3-Dateien auf euer Smartphone.

Und los geht’s!



4. Exact Audio Copy einrichten



Wählt aus dem Menü EAC den Eintrag EAC Einstellungen:
Zielverzeichnis

Wechselt zur Registerkarte Ordner. Hier könnt ihr den Ort festlegen, in dem die gerippten Alben abgelegt werden sollen, z. B. D:\Meine Musik.

Namensschema

Wechselt nun zur Registerkarte Dateinamen. Hier kann das Schema festlegt werden, nach dem die erzeugten Ordner und Audiodateien anhand der vor dem Auslesen eingegebenen Informationen benannt werden. Für Alben mit mehreren Interpreten kann darunter ein eigenes Schema festgelegt werden, um diese in einem eigenen Ordner abzuspeichern (z.B. "Various Artists") oder den jeweiligen Künstler im Dateinamen unterzubringen. Unterordner können erstellt werden, indem man sie von den Dateinamen durch einen Backslash abtrennt.

Das von uns verwendetet Schema sieht wie folgt aus:

%tracknr2% - %title%

Konfiguration des Laufwerks

Nun folgt der wichtigste Teil der Konfiguration. Wählt in der Drop-Down-Liste unterhalb der Menüzeile zunächst das Laufwerk aus, welches für das Auslesen verwendet werden soll. Öffnet anschließend EAC | Laufwerkseinstellungen.

Registerkarte Auslesemethode

Wählt unter Auslesemethode die Option Sicherer Modus aus. Legt nun eine saubere Audio-CD ins Laufwerk, und klickt auf die Schaltfläche Teste Laufwerkseigenschaften. EAC testet jetzt die Fähigkeiten des Laufwerks, was einige Minuten dauern kann.

Klickt auf Übernehmen, damit die erkannten Parameter übernommen werden.

Sollte euer Laufwerk das C2-Feature unterstützen, so ist es empfehlenswert, dies dennoch zu deaktivieren. Es handelt es dabei um eine hardwareseitige Fehlerkorrektur, die auch für Audiodaten verwendet werden kann. Dies ist zwar prinzipiell eine gute Sache, leider sind jedoch viele Implementationen fehlerhaft und würden die Auslesequalität beeinträchtigen, da Lesefehler teilweise unbemerkt bleiben würden.

Registerkarte Laufwerk

Klickt auf Autoerkenne Lesebefehl jetzt. Nach einigen Sekunden wird automatisch ein Eintrag aus der Drop-Down-Liste ausgewählt.

Registerkarte Offset / Geschwindigkeit

Um den Auslesevorgang zu beschleunigen, kann der Haken vor Geschwindigkeitsreduzierung während des Auslesens erlauben entfernt werden. Dies wirkt sich in der Regel nicht negativ auf die Qualität der ausgelesenen Daten aus. Sollten später beim Auslesen von CDs Lesefehlern auftreten, muss diese Option wieder aktiviert werden.

Um die eingelesenen Audiodaten automatisch anhand der „AccurateRip-Datenbank“zu überprüfen, aktivieren wir darunter die Option Benutze AccurateRip mit diesem Laufwerk. EAC ermittelt daraufhin das Leseoffset des Laufwerks und trägt es oben ein. Die Offset-Einstellungen werden anschließend gegen manuelle Änderungen geschützt.

Registerkarte Pausenerkennung

Wählt als Pause/Index Erkennungsmethode zunächst Erkennungsmethode A aus. Als Erkennungsgenauigkeit wählen wir sicher. Das Dialogfeld kann nun durch einen Klick auf OK geschlossen werden.

Optional kann man ein wenig herumexperimentieren. Es gilt, die beste Erkennungsmethode für das Laufwerk zu bestimmen. Drückt im EAC-Hauptfenster F4 und messt ungefähr die Zeit, die für die Erkennung benötigt wird. Wiederholt das Ganze für die Methoden B und C (dazwischen müsst ihr jeweils die CD auswerfen und wieder einziehen). Wählt diejenige Methode endgültig aus, welche am schnellsten funktioniert.

Dauert der Vorgang jedes Mal sehr lange, solltet ihr die Erkennungsgenauigkeit eine Stufe heruntersetzen.

Schließt nun das Fenster mit einem Klick auf OK.

Gratulation, die Konfiguration eures Laufwerks ist damit abgeschlossen!



5. MP3-Encoder auswählen



Entpackt lame.exe in einen Ordner eurer Wahl.

Startet Exact Audio Copy und öffnet im Menu EAC die Kompressionseinstellungen.

Wählt unter Parameter Übergangsschema den Eintrag Benutzerdefinierter Komprimierer aus.

Im nächsten Schritt tragt ihr in das Feld Benutze Dateinamenserweiterung .mp3 ein.

Klickt auf Durchsuchen und wechselt zum Ordner in dem ihr lame.exe entpackt habt, diesen wählt ihr dann aus.

Als Bitrate wählt ihr für die bestmögliche Qualität 320 kBit/s aus. Wir empfehlen euch mindestens 192 kBit/s um gut klingende Ergebnisse zu erzielen.

Exact Audio Copy ist nun bereit.





6. Audio CDs rippen



Legt eine Audio CD ein. In unserem Fall ist dies das neue Avantasia Album Ghostlights.





Die CD Titel und Angaben zu Interpret, Jahr, Genre, etc. können nun eingegeben werden. Alternativ und zeitsparend könnt ihr diese Infos aber auch aus einer Internet Datenbank importieren lassen. Drückt dazu die Tastenkombination [ALT]+[G]. Im Anschluss werdet ihr von Exact Audio Copy gefragt, ob nach Covern gesucht werden soll. Bestätigt ihr mit Ja, wir das Cover zugefügt. Alternativ findet ihr Cover in guter Qualität und Auflösung unter fanart.tv. Die Cover Datei lässt sich auch mit Drag and Drop einbinden.



Drückt nun am linken Rand auf CMP und wählt einen Ordner in dem die mp3-Dateien abgelegt werden sollen. Die Audio Daten werden nun ausgelesen und in das mp3-Format umgewandelt. Nach Abschluss erscheint eine Statusmeldung:







7. MP3 Tags nachbearbeiten mit MP3TAG



Haben sich Fehler in eure Eingaben eingeschlichen, oder wollt ihr euren MP3-Dateien weitere Tags hinzufügen, dann könnt ihr dies nachträglich mit MP3TAG tun.

Öffnet MP3TAG und zieht euren MP3s einfach per Drag and Drop in das Fenster.



Über die Eingabe [ALT]+[T] habt ihr Zugriff auf erweiterte Tags. Hier könnt ihr zusätzliche Infos unterbringen. Auch findet ihr im Menu einige gute Tools, welche euch das Pflegen eurer MP3s erheblich erweitern, etwa eine Stappelverarbeitung für das Umwandeln von TAG in Dateiname und umgekehrt, auch Groß- und Kleinschreibung könnt ihr automatisch korrigieren lassen.





8. MP3s auf das Smartphone laden



IPhone (iPad) Besitzer öffnen nun iTunes auf ihrem Rechner. Verbindet euer iPhone mit dem Computer. Klickt auf das Handy Symbol und in der Rubrik linke Seite „Auf meinem Gerät“ auf Musik. Eine List eurer auf dem Smartphone befindlichen Musikdateien wird angezeigt. Neue Dateien lassen sich nun einfach per Drag and Drop hinzufügen.



Android User verfahren genau so, allerdings wird kein extra Programm wie iTunes benötigt. Ihr navigiert einfach über die Windows Ordnerstruktur und zieht eure MP3s per Drag and Drop in einen Ordner eurer Wahl (bei uns ist es der Ordner „Music“) auf eurem Smartphone.



Talk This Way wünscht euch nun viel Spaß mit eurer neuen/alten Musik.